Sanft statt streng: Wie ich diesen Winter wieder mehr bei mir angekommen bin

Kennst du diese Tage im Winter, an denen alles gleichzeitig langsamer und schwerer wirkt? Draußen grau, drinnen müde Gedanken, und irgendwo zwischen To-do-Listen und guten Vorsätzen fragt man sich leise, ob man gerade eigentlich genug macht – oder vielleicht schon viel zu viel. Genau in diesem Gefühl habe ich mich in den letzten Wochen selbst immer wieder erwischt.

Und vielleicht geht es dir ähnlich. Vielleicht spürst du diesen Wunsch nach Bewegung, nach Klarheit, nach „irgendwie besser fühlen“, aber ohne Druck, ohne Selbstoptimierungs-Marathon. Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.

Warum dieses Thema gerade relevant ist

Der Jahresanfang bringt oft eine besondere Stimmung mit sich. In Deutschland ist es kalt, die Tage sind kurz, viele von uns kommen gerade erst aus den Feiertagen zurück in den Alltag. Gleichzeitig begegnen uns überall neue Routinen, Challenges, Fitnessziele und mentale Reset-Versprechen.

Social Media ist voll von „New Year, New Me“-Energie. Und auch wenn ich diese Motivation grundsätzlich liebe, merke ich: Sie kann ganz schnell kippen. Von Inspiration hin zu subtiler Überforderung. Vor allem dann, wenn der eigene Körper und Kopf eigentlich etwas ganz anderes brauchen – nämlich Ruhe, Wärme und einen sanften Übergang.

Gerade im Winter ist unser Nervensystem oft stärker gefordert. Weniger Tageslicht, mehr Zeit drinnen, weniger spontane Bewegung. Das wirkt sich auf unsere Stimmung, unsere Energie und auch auf unsere Motivation aus. Kein Drama – sondern menschlich.

Was wirklich dahintersteckt

Wenn wir von Fitness, Selfcare und bewusstem Lifestyle sprechen, denken viele sofort an Routinen, Pläne oder feste Regeln. Aber im Kern geht es um etwas viel Einfacheres: um Beziehung. Die Beziehung zu unserem Körper, zu unseren Gedanken und zu unserem Alltag.

Für mich bedeutet bewusster Lifestyle gerade nicht, jeden Tag „alles richtig“ zu machen. Sondern zu spüren, was gerade dran ist. Manchmal ist das ein Spaziergang an der frischen Winterluft. Manchmal zehn Minuten Dehnen im Wohnzimmer. Und manchmal einfach früher ins Bett gehen, ohne schlechtes Gewissen.

Fitness ist kein Gegenspieler von Selfcare – und Selfcare keine Ausrede, nichts zu tun. Beides darf sich ergänzen. Besonders in Phasen, in denen die äußeren Bedingungen uns ohnehin schon fordern.

Körperlich gesehen arbeiten wir im Winter oft gegen natürliche Prozesse. Unser Energielevel ist tendenziell niedriger, unser Immunsystem beschäftigt, unser Schlafbedürfnis höher. Mental wünschen wir uns trotzdem Produktivität und Fortschritt. Diese Diskrepanz erzeugt inneren Druck.

Was hilft, ist kein neues System, sondern mehr Ehrlichkeit mit uns selbst.

So kannst du es für dich nutzen

Ich glaube fest daran, dass es keine perfekte Winterroutine gibt. Aber es gibt kleine Anker, die uns durch diese Zeit tragen können – ohne starre Vorgaben.

Ein erster Schritt kann sein, Bewegung neu zu denken. Nicht als Pflichtprogramm, sondern als Einladung. Frag dich nicht: „Was müsste ich tun?“, sondern: „Was würde mir jetzt gut tun?“ Vielleicht ist es ein kurzer Mobility-Flow, vielleicht Tanzen zu einem Song, vielleicht einfach bewusstes Strecken nach dem Aufstehen.

Auch Selfcare darf kleiner sein, als wir denken. Eine warme Dusche ohne Handy. Ein paar tiefe Atemzüge am offenen Fenster. Ein Moment, in dem du dich selbst wahrnimmst, ohne etwas verändern zu wollen.

Ein weiterer Punkt, der mir gerade sehr hilft, ist Struktur ohne Härte. Ich plane meine Tage grob, aber lasse bewusst Puffer. Nicht jeder Tag muss gleich produktiv sein. Manche Tage dürfen leise sein.

Und ganz ehrlich: Ernährung spielt natürlich auch eine Rolle. Nicht im Sinne von Verzicht, sondern im Sinne von Nährung. Warme Mahlzeiten, regelmäßiges Essen, genug trinken. Dinge, die banal klingen, aber im Alltag oft untergehen.

Wenn du magst, kannst du dir für diese Jahreszeit eine einzige Intention setzen. Keine Liste mit zehn Zielen. Eine Richtung. Zum Beispiel: „Ich gehe liebevoller mit meiner Energie um.“ Alles andere darf sich daraus entwickeln.

Meine persönliche Einordnung

Mira denkt: Ich habe lange geglaubt, dass Disziplin der Schlüssel zu allem ist. Und ja, sie hat ihren Platz. Aber in den letzten Jahren habe ich gelernt, dass Sanftheit mindestens genauso kraftvoll sein kann.

Ich fühle gerade sehr deutlich, dass mein Körper im Winter andere Signale sendet als im Sommer. Weniger Tempo, mehr Tiefe. Weniger Außen, mehr Innen. Und statt dagegen anzukämpfen, versuche ich zuzuhören.

Was ich heute empfehle, ist nicht weniger Ambition – sondern mehr Verbindung. Zu dir selbst. Zu deinem Alltag. Zu dem, was realistisch ist, statt ideal.

Du musst dich nicht neu erfinden, nur weil ein neues Jahr begonnen hat. Vielleicht reicht es, dich wieder ein Stück näher kennenzulernen.

Gedanke zum Schluss

Dieser Winter muss kein Projekt sein. Er darf ein Raum sein. Für langsame Schritte, ehrliche Pausen und kleine Momente, die sich gut anfühlen.

Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst, dann vielleicht diese: Du bist nicht zu wenig, nur weil du gerade langsamer bist.

Wie erlebst du diese Jahreszeit gerade? Spürst du eher den Wunsch nach Bewegung oder nach Rückzug – oder beides? Schreib mir gerne in die Kommentare, ich lese alles und liebe den Austausch mit euch.

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